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Geschichtliches

Vor 200 Jahren: Golßener Stadtpfarrkirche geweiht

1285 Am 31. Dezember tritt als erster Zeuge kirchlichen Lebens ein „dominus Paulus viceplebanus in Gulsin“ auf. Die Herrschaftspfarrei Golßen umfasst neben der Stadt die Dörfer Prierow, Landwehr, Hohendorf, Schäcksdorf und die Filiale Altgolßen mit Sellendorf, Mahlsdorf sowie Schöneiche. Wahrscheinlich war sie bedeutend größer.
1346 Die Pfarrei Golßen mit einem Oberpfarrer und einem Diakon/Kaplan untersteht der Ephorie Dahme, später der Ephorie Luckau in der Diözese Meißen.
14./15. Jh. Die Golßener Pfarrkirche trägt den Namen „Zum heiligen Kreuz“. Eine Kapelle „St. Anna“ und ein Hospital (im 30jährigen Krieg zerstört) werden erwähnt.
Um 1530 Einführung der Reformation durch Nicolaus von Stutterheim (+ 1539). Sein Leichenstein vor dem Altar der heutigen Kirche. Golßen hatte einen Schulmeister.
1597 Die Wetterfahne der 1810 aufgelassenen Kirche stammt aus diesem Jahr. Die Kirche war aber wesentlich älter.
1654 Kirchen- und Schulvisitation durch die Niederlausitzer Landstände nach dem verheerenden 30jährigen Krieg und dem Übergang an Sachsen 1635.
1678 Anlage des ersten Kirchenbuchs.
17./18. Jh. Bei Stadtbränden wird die Kirche mehrmals in Mitleidenschaft gezogen.
1723 Neubau des Kirchturms durch Zimmermeister Zinkert aus Schweinitz/Elster.
1741 Geläut mit großer Glocke zum Dreiklang vervollständigt.
1786 Einsturz der Kanzel.
1789 Orgel von Orgelbauer Schröter aus Sonnewalde. Im Neubau später wieder aufgestellt.
1810 Am 31. Juli besichtigt eine Kommission die baufällige Kirche und stürzt durch die Empore. Von August bis November Abbruch der alten Kirche und des Turms. Als Interimskirche dient die Wagenremise der Gräfin Fontana. Der provisorische Glockenstuhl steht auf dem Gutshof.
1811 Grundsteinlegung am 27. März. Am 3. November feiert die Gemeinde das Richtfest. Entwurf: Berliner Baurat Colberg (1750-1814). Ausführung: Maurermeister Jacob (1748-1824) aus Jüterbog.
1812 Der Rohbau ist beendet. Die Fertigstellung verzögert sich durch die Napoleonischen Kriege bis 1820.
1820 Ende September, das genaue Datum ist unbekannt (!), wird die Kirche ohne Turm geweiht. Sie ist ein lichter, dreischiffiger Emporensaal mit Tonnengewölbe und monumentalem Kanzelaltar. Der Bau kostet zirka 7200 Taler. Gemeinde und Stadt sind auch auf Grund der französischen Besetzung auf Jahrzehnte hoch verschuldet.
1842-1844 Bemühungen zur Vollendung des Kirchturms.
1845 Errichtung des Glockenturms durch Zimmermeister Richter (1772-1848) aus Luckau. Sturmschaden am 9. Juli. Umguss der alten Glocken durch die Firma Hadank in Hoyerswerda. Einweihungsfeier am 12. Oktober. Kosten etwa 2200 Taler.
1849 Baumängel am Turm treten auf. Er droht einzustürzen. Erst im 20. Jahrhundert gelingt seine Stabilisierung.
1852 Aufstellung der Stiftungsbibliothek des Fräuleins von Schlieben (1765-1852) und der Gräfin Fontana (1786-1870) im Kirchturm. Seit 1978 im Domstiftsarchiv Brandenburg.
1859 Graf Friedrich zu Solms (1795-1879) stiftet die Marmortaufe.
Um 1900 Apsis und südliche Fenster mit Glasmalereien versehen (nicht erhalten).
1908 Jetziges Orgelwerk von Alexander Schuke. Sein Opus 45 mit 16 Registern auf zwei Manualen und Pedal.
1917 u. 1942 Zwangsweise Glockenabgaben für die Weltkriege.
1945 Zerstörung des Orgelwerks durch sowjetische Soldaten. Die Kirchenbücher landen auf dem Müll.
1952 Am 24. Februar Weihe der 3. Glockengeneration. Stahlglocken mit der Inschrift „Weihnachten 1951“.
1963/64 Helle Raumfassung nach originalen Farbbefunden rekonstruiert.
Seit 1991 Schrittweise Restaurierung des Gotteshauses und der weitgehend erhaltenen bauzeitlichen Ausstattung durch Kirchengemeinde, Stadt, Land und Bund mit Unterstützung der Denkmalpflege, die leider in den letzten Jahren zum Erliegen gekommen ist.

Dr. Michael Bock

Galerie.

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Tel.: 035472 64025